HospitalityCamp Wallis, Zermatt 2018

Session 5: Digital Recruiting – Mitarbeiter finden und binden

Moderator und Notizen: Gabriele Bryant

 

Der Fachkräftemangel ist in der Ferienhotellerie und auch in Zermatt ein grosses Problem: ausgebildete, kompetente und motivierte Arbeitskräfte sind Mangelware und die Fluktuation in der Branche ist allgemein sehr hoch, sodass man immer wieder neu suchen und Stellen besetzen muss.

 

Mitarbeiter finden:

Plattformen?

– Hotelcareer ist die bekannteste Plattform für Stellenausschreibungen, Hoteljobs von hotelrevue noch nicht so unbekannt.

– Ritzy könnte sich auch vorstellen, eine Stellenplattform zu bieten.

– weitere Plattformen wie Indeed oder Monster sind nicht so bekannt und auch nicht hotelleriespezifisch

– manche Betriebe arbeiten mit einem Stellenvermittlungsbüro – das kostet nur bei Erfolg

 

Hotelfachschulen?

– zu den Career Days gehen und die Leute für die Destination/den Betrieb begeistern?

 

Webseite

– Die Jobseite muss attraktiv und gut zu finden sein

– Blindbewerbungen sind weniger erwünscht, könnten aber eine gute Strategie sein, um potentiell gute Kräfte kennenzulernen und „in petto“ zu haben

 

Social Media?

Facebook bietet seit neuestem die Möglichkeit, direkt auf der fanseite Jobanzeigen zu veröffentlichen und auch den ganzen Bewerbungsprozess via Facebook zu managen.

 

Gronda

– österreichisches Startup, das Arbeitnehmern und Arbeitgebern eine Social Media Community mit Profilen und Stories bietet, aber auch eine Stellenausschreibungsplattform ist. Vor allem viele deutsche und österreichische Arbeitskräfte, zunehmend auch Schweizer

– Fokus auf F&B-Jobs

 

 Destination?

– Es gibt zwar „Zermatt Jobs“ vom Hotelierverein als Stellenportal, das ist aber nicht bekannt genug ausserhalb von Zermatt.

– Warum keinen Career Day in Zermatt durchführen?

– Über rro können auch Stellen kostenlos ausgeschrieben werden

 

Gig-Economy:

Viele wollen ja gar nicht mehr fix arbeiten, sondern von Job zu Job gehen und so Abwechslung erleben und flexibel bleiben. Plattformen wie Coople oder Adia bieten solche temporären Arbeitskräfte und kümmern sich auch um die Abwicklung.

 

Stellenmeldepflicht ab 1. Juli 2018?

– Jede Stelle in den entsprechenden Branchen mit hoher Arbeitslosigkeit (betrifft paradoxerweise mehr oder weniger die gesamte Hotellerie/Gastronomie), muss 5 Tage vor der öffentlichen Ausschreibung (egal über welche Kanäle) dem RAV gemeldet werden, damit dieses Arbeitskräfte vorschlagen kann.

– Manche Betriebe behelfen sich, indem sie Bewerbungen nur per Post akzeptieren, wozu erfahrungsgemäss wenig RAV-Kräfte Lust haben.

– gilt nicht für Aushilfen

– Gilt das auch für treue Saisonarbeiter, die jede Saison wiederkommen?

 

Mitarbeiter werben Mitarbeiter?

– Ein eigenes Projekt dazu braucht es nicht, das machen die Mitarbeitenden sowieso auf der persönlichen Ebene.

– Kann auch problematisch werden, wenn die Empfohlenen Familienmitglieder oder gute Freunde sind des Empfehlenden sind – aber keine guten Arbeitskräfte.

 

 

Employer Branding – Bewertungen

– Zusätzlich zum Recruiting, also der Stellenausschreibung, braucht es heute das Employer Branding: Den Betrieb als attraktiven Arbeitgeber positionieren und „vermarkten“.

– Zum Beispiel mit Bewertungen (Kununu): wenige Betriebe und wenige Arbeitnehmer haben AG-Bewertungen aktiv auf dem Radar. Dadurch gibt es meist nur wenige Bewertungen, sodass jede Kritik das Ranking weit herunterzieht und es gibt keine aktive Förderung der Bewertungen seitens der Arbeitgeber.

– Auch ein attraktives Facebook-Storytelling bietet gute Möglichkeiten, sich als interessanter Arbeitgeber zu profilieren

 

 

Mitarbeiter binden:

Weiterbildung anbieten für bessere Jobs, Karriere?

– Das interessiert viele (vor allem ausländische Arbeitskräfte) nicht, sie wollen sich gar nicht weiter entwickeln, sondern einfach nur Geld verdienen.

– Ritzy Sprachkurse sind aber immer gut gebucht. Bei manchen Betrieben ist zumindest der Grundkurs auch Pflicht und Mitarbeitende bekommen die Kosten nur zurückerstattet , wenn sie den Grundkurs erfolgreich abschliessen.

 

Mitarbeiterbefragungen?

Zu viel Aufwand

 

Mitarbeiter-Pools, um die Leute in der Destination zu halten?

Wird teilweise gemacht über das eigene lokale Netzwerk

 

Mitarbeiter-Benefits?

Teilweise gibt es Rabatte für Familie und Freunde. Es gibt Rabatte in Zermatter Geschäften und vergünstigte Skipässe für alle Einwohner, also auch Mitarbeitende.

Unterkünfte werden auch geboten.

 

Mitarbeiter-Events?

Teilweise regelmässige Events auswärts, damit grundsätzlich alle dabei sein können.

 

Arbeitsplan fix oder flexibel?

Je nach Betrieb und Bedarf wird ein fixer und verlässlicher oder ein sehr flexibler Arbeitsplan als Vorteil gesehen und eingesetzt.

 

Arbeitskultur?

Mitarbeitende wollen heute nicht nur Geld verdienen, sondern auch wertgeschätzt und respektiert werden, mitreden können.

 

 

Lesetipp zum Thema:

https://www.blumbryant.ch/de/newsroom/meldungen/Online-Recruiting.php

https://www.blumbryant.ch/de/newsroom/meldungen/Digital-Recruiting.php